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10. September 2011 | Aktuelles
Festnahmen nach Taxiraub
Überfall mit abenteuerlichem Ausgang: Einem ungarischen Ehepaar, das am späten Mittwochabend auf der Fahrt von Bad Säckingen auf den Hotzenwald einen Taxifahrer überfallen hat, ist die moderne Technik zum Verhängnis geworden. Ohne dass der 51-jährige Mann und seine 48-jährige Frau es merkten, wurde ihre Flucht mit dem gestohlenen Taxi via GPS mitverfolgt.Doch der Reihe nach: Der Fahrer des Bad Säckinger Taxiunternehmens Kohlbrenner hatte das Ehepaar am Bahnhof in der Trompeterstadt aufgeladen.
Das Ehepaar wollte auf den Hotzenwald, gab dem Fahrer jedoch kein Ziel an, so Firmeninhaber Gregor Döbele: „Als unser Fahrer kurz vor Willaringen nach der genauen Adresse gefragt hat, zückte der Mann ein Messer und hielt es ihm an den Hals.“ Der Taxifahrer musste anhalten und den Geldbeutel mit den Tageseinnahmen herausgeben. „Die beiden haben wohl damit gerechnet, dass er einige tausend Euro dabei hat“, sagt der frühere Firmenchef Emil Kohlbrenner. Doch tatsächlich hatte der Fahrer gerade 100 Euro dabei.
Weil es so dunkel gewesen sei, habe der Täter die Tür geöffet, um die Innenbeleuchtung anzuschalten. Diesen Moment der Unachtsamkeit nutzte der Taxifahrer zur Flucht. Das Räuberpaar wiederum fuhr mit dem Taxi auf und davon. Geistesgegenwärtig hielt der überfallene Taxifahrer ein vorbeifahrendes Auto an und verfolgte gemeinsam mit dem jungen Fahrer die Räuber. Diese fuhren über Rickenbach in Richtung Herrischried, dann durch Hottingen wieder in die Rheinebene.
Die Flucht der Taxiräuber verfolgte Gregor Döbele derweil am Bildschirm in der Säckinger Zentrale: „Dank GPS können wir auf einer Karte jederzeit sehen, wo sich unsere Fahrzeuge befinden und wie schnell sie unterwegs sind.“ Auf diese Weise konnten sich auch die alarmierten Streifenwagen der Polizei gezielt an die Fersen der Flüchtigen heften, ohne dass diese etwas davon merkten: „Wir haben das Netz immer enger gezogen“, sagte Polizeisprecher Paul Wißler. In der Säckinger Straße in Laufenburg schnappte die Falle schließlich zu: Das Taxi wurde angehalten und die beiden Insassen ließen sich anstandslos festnehmen.
„Das Finale war recht unspektakulär“, so Wißler. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser mit 13 Zentimeter langer Klinge, lag im Auto und konnte sichergestellt werden.
Der Taxifahrer hat den Überfall nach Polizeiangaben unverletzt überstanden. Laut Gregor Döbele stehe er jedoch noch unter Schock und sei krank geschrieben. Wie lange es dauert bis der Mann wieder arbeiten kann, steht noch nicht fest.
Das Taxi wurde nach Bad Säckingen gebracht und kriminaltechnisch untersucht. Die beiden Taxiräuber sitzen derweil im Gewahrsam der Kriminalpolizei in Tiengen.
Quelle: www.suedkurier.de
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