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17. September 2011 | Aktuelles
GPS macht’s möglich
Gebiet der Polizeidienststellen Bramsche und Bersenbrück ist ein Drahtesel im Einsatz, der dank des Global Positioning Systems (GPS) geortet werden kann. Ein neuer Ansatz im Kampf gegen das Kavaliersdelikt Fahrraddiebstahl.
Im ganzen Gebiet von Bramsche bis Bohmte, von Wallenhorst bis Quakenbrück wird dieses Rad dort abgestellt, ,wo erfahrungsgemäß viele Fahrräder verschwinden. Wird es bewegt, gibt der GPS-Sender Alarm und die Polizei kann das Fahrrad orten. Sie hofft, damit Gelegenheitsdiebe ebenso dingfest machen zu können wie Banden, die im großen Stil Fahrräder stehlen.
„Wir haben da das Rad nicht neu erfunden“, verweist Ralf Bergander auf Erfahrungen, die in Nordrhein-Westfalen gemacht worden sind. Auch in Melle ist so ein Fahrrad im Einsatz.
Bergander ist nicht nur als Polizeibeamter, sondern auch als Vorsitzender des Bramscher Präventionsvereins an der Aktion beteiligt. Der hat nämlich das für die Anschaffung benötigte Geld in allen beteiligten Gemeinden eingesammelt. Unterstützung fand er auch bei der DEVK-Versicherung und beim Bramscher Fahrradhändler Kotte. Wobei das Fahrrad der deutlich kleinere Teil der Kosten war. Teurer waren der fahrradtaugliche Sender und die Übertragungstechnik, für die die Bissendorfer Forma Digi Core verantwortlich zeichnet. Zum Einsatz gehört auch, dass Beamte zur Verfügung stehen, die im Ernstfall unverzüglich reagieren können.
Die Dienststellenleiterinnen Andrea Menke (Bramsche) und Sinika Schneider (Bersenbrück) betonen, dass das präparierte Fahrrad in keiner Weise eine Verleitung zum Diebstahl bedeutet. Es werde nicht etwa als leichte Beute zum Mitnehmen präsentiert, sondern ordentlich gesichert, „nicht nur ab-, sondern auch angeschlossen“, wie Schneider betont. In ihrem Dienstbereich sind im Jahr 208 rund 900 Räder gestohlen worden, inzwischen sei die Zahl halbiert worden. Im Bereich Bramsche registrierte Menke im letzten Jahr 355 Fahrraddiebstähle.
Die meisten dieser Räder bleiben verschwunden. Ein Teil werde sicher über Banden verschoben. „Das eine oder andere Rad ist aber auch gewünscht weg“, sagt Schneider mit Blick auf die Versicherungspraxis, nach der im Fall des Falles der Fahrrad-Neuwert ersetzt wird. Da kommt es ungelegen, wenn der alte Drahtesel wieder auftaucht. Für die Versicherungen sind Leistungen bei Fahrraddiebstahl ein erheblicher Kostenfaktor. Karl-Heinz Märte Generalagent der DEVK in Bramsche, berichtet, bei seiner Versicherung seien im letzten Jahr 250 Fälle mit insgesamt rund 75000 Euro entschädigt worden.
Ein wesentliches Ziel der Aktion sei auch die Abschreckung, betont Menke: „Beim Thema Fahrraddiebstahl fehlt vielen einfach das Unrechtbewusstsein“. Es gehe darum, die möglichen Konsequenzen zu zeigen. Parallel zum Einsatz des Sender-Rades startet deshalb auch eine neue Aktion zur Fahrradregistrierung, um die Daten auf einen aktuellen Stand zu bringen. Die Formulare sind bei allen Händlern erhältlich.
Quelle: www.noz.de
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